Wangen - Standort für die Nationalmannschaft von Togo PDF Drucken E-Mail
Entstehung der TogoHilfe Wangen – Bildung als Chance

Wer erinnert sich nicht an das Sommermärchen WM 2006? – 32 Nationen waren voller Glück, eine schwierige Qualifikation der 207 FIFA-Verbände erfolgreich bestanden zu haben und sich nun im Konzert der Großen messen zu lassen. Unter ihnen befand sich der große Außenseiter Togo, der in seiner Afrikagruppe sogar Senegal hinter sich gelassen hatte, das 4 Jahre zuvor bei der WM in Japan/Südkorea sensationell den amtierenden Weltmeister Frankreich in der Gruppenphase besiegt hatte.

Mit feinem Näschen frischte der damalige Spielausschussvorsitzende und Afrikabeauftragte des DFB Hermann Selbherr seine langjährigen Kontakte zur Fédération Togolaise du Football auf. Seinem Werben, die Nationalmannschaft von Togo in das WM-Quartier Hotel Waltersbühl nach Wangen zu holen, folgten Taten. Schon im November 2005 besuchte eine Delegation des togolesischen Verbandes die Stadt Wangen. Mit Betreuung und Beratung beim WM-Workshop Düsseldorf und während der Afrikameisterschaft in Kairo im Januar 2006 konnte die Verbandsführung aus Togo überzeugt werden, Wangen als Standort zu wählen. Die letztlich entscheidende Unterschrift unter das FIFA-Vertragswerk holten sich der Wangener OB Michael Lang zusammen mit Hermann Selbherr und Dieter Kieninger als Pächter des Hotel Waltersbühl in Lomé höchst persönlich.

Schon am 15. Mai betrat die Nationalmannschaft von Togo als erster WM-Vertreter deutschen Boden und wurde am gleichen Abend enthusiastisch von der Wangener Bevölkerung auf dem Markplatz der Allgäustadt willkommen geheißen. Das WM-Fieber war in Wangen entfacht worden.

Auf Bitte des deutschen Trainers Otto Pfister mussten schnell drei Vorbereitungsspiele organisiert werden. Im bayerischen Aindling gegen eine Bayernauswahl, in Biberach gegen den damaligen Oberligisten Olympia Laupheim und in Wangen gegen den FC Wangen vor einer begeisterten Kulisse von 10 000 Zuschauern fanden die Spiele statt. Die WM konnte beginnen.

Leider wurden die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Trotz eines Weltfußballers Adebayor mussten die Togolesen Lehrgeld zahlen. In allen 3 Gruppenspielen gegen Südkorea, Schweiz und Frankreich hielten die Togolesen prächtig mit, doch nach einer Stunde Spielzeit ging ihnen leider die Luft aus. Der Trainingsstreik um höhere Prämien forderte sein Opfer. Togo schied aus. Dennoch hatten die sympathischen Togolesen die Herzen der Wangener Bevölkerung erobert. In einer afrikanischen Nacht wurden Spieler und Offizielle von tausenden Wangenern verabschiedet. Togo hatte gleichzeitig WM- und Afrikageschichte in Wangen geschrieben.

Was niemand vorausahnen konnte: Togo lebt in Wangen weiter. Schon nach der WM wurde ein Wangener Ärzteteam vom Burda-Verlag mit dem Bambi für soziales Engagement ausgezeichnet. Im Juli 2007 kam die U17 von Togo, die sich ebenfalls für die U17-WM in Südkorea qualifiziert hatte, zu einem Trainingslager nach Wangen. Mit Unterstützung des DFB war dies möglich geworden. Ein neues Highlight des Fußballs wurde wieder im Allgäustadion in Wangen gesetzt: Ein Länderspiel der deutschen U17-Nationalmannschaft gegen Togo.

Die Nachhaltigkeit der Beziehungen zwischen Togo und der Wangener Bevölkerung wurde im Dezember 2007 durch die Gründung zweier Vereine verankert. „TogoHilfe Wangen -  Bildung als Chance“ mit den Vorständen Hermann Selbherr und Dietmar Weber, die sich der generellen Förderung einer gewerblichen Schule in Bassar, dem Institut Arnold Janssen, verschrieben haben und „Wangen hilft Togo“. Letztere heben humanitäre Hilfe auf ihr Schild, indem sie weitere Kieferoperationen in Togo durchführen wollen.